Wasserstrahlschneiden von Papier

Papier wird bereits seit mehreren Jahrzehnten mit dem Wasserstrahl geschnitten. Tatsächlich ersetzt dieses Verfahren die Entwicklung des abrasiven Wasserstrahlschneidens, das zum Schneiden härterer Materialien wie Stein, Glas und Metallen verwendet wurde. Anders als beim abrasiven Wasserstrahlschneiden wird zum Schneiden von Papier und Lebensmitteln nur ein reiner Wasserstrahl verwendet. Der saubere, sehr dünne Wasserstrahl (dünner als eine menschliche Haarsträhne) führt nicht dazu, dass das zu schneidende Material Wasser aufnimmt, und das Papier bleibt somit unversehrt. Außerdem entstehen bei diesem Verfahren keine Wärmeeinflusszonen, während die Schnitte schnell und präzise ausgeführt werden. Durch die Effizienz des Verfahrens ist das Schneiden von Papier mit dem Wasserstrahl eine effektive Lösung für Papierhersteller.

In den frühen 70er-Jahren wurde die erste Wasserstrahlschneidanlage zur Papierherstellung bei Alton Boxboard in Alton, Illinois, USA, eingesetzt. Maschinen mit Purwasserstrahl wurden außerdem zum Schneiden von papierbasierten Materialien und Waben für die Luft- und Raumfahrtindustrie verwendet.  Das Wasserstrahlschneiden ist äußerst vielseitig und lässt sich bei nahezu beliebigen Materialien einsetzen. Hauchdünne Materialien, Papiertücher, Kartons, mit Kunststoffen beschichtete Papiere, Wellpappe, Schaumstoff, Papierbögen, Papier für Gastronomie, industrielles Packpapier, Holzwollepolsterung, Beutel, Tyvek, Wachspapier sowie Lebensmittel und Gummi lassen sich ebenso einfach wie dünne Teppichböden schneiden. Da für eine maximale Schneideinsatzzeit eine Diamantdüse verwendet wird, hat der Wasserstrahl die Breite eines menschlichen Haares bei Geschwindigkeiten von bis zu Mach 2,5. Beim Längstrennen von Papierprodukten mit dem Wasserstrahl nimmt das Papier kein Wasser auf.

VORTEILE BEIM SCHNEIDEN VON PAPIER MIT DEM WASSERSTRAHL

  • Ideal für gestapelte Materialien (abhängig von der Produktdichte).
  • Schneiddüsen können fixiert sein, damit die Papiermaterialien mit einem Band zugeführt werden können.
  • Umweltfreundlich; kein Staub in der Luft und saubere Papierprodukte
  • Schneiden in alle Richtungen. Minimale Toleranzen. Keine Verschwendung von Rohstoffen.
  • Keine Verzögerungen, da Schneidköpfe während der Fertigung nicht ausgetauscht werden müssen.
  • Minimale Rüstzeiten für automatisches Schneiden und minimale Ausfallzeiten bei Wechsel mit Schnelldichtung.
  • Präzisionsschneiden
  • Schmale Schnittfuge
  • Kein Schärfen von Klingen

LÄNGSTRENNVERFAHREN MIT DEM WASSERSTRAHL

Für das Kartonagen, Kunststoffbahnen sowie Papier schneiden eignet sich das Purwasserverfahren hervorragend. Bei der Tapeten- oder Verpackungsproduktion wird diese Trenntechnologie häufig eingesetzt.

Ein üblicher Anwendungsaufbau ist der sogenannte Slitter, eine Längsschneidemaschine, ausgestattet mit einem oder mehreren Purwasserschneidköpfen. Das Schneidmaterial läuft auf einem Band unter den Schneidköpfen hindurch und wird dabei getrennt. Im Gegensatz zu Rollklingen wird das Material nicht zur Seite verschoben und es entsteht kein fliegender Staub. Weil das Material nur sehr kurz mit dem Wasserstrahl in Kontakt ist, weicht es nicht auf, und die Qualität bleibt erhalten. Es lassen sich auch mehrere Materiallagen zugleich schneiden. Dabei sollten keine Hohlräume zwischen den Lagen sein, in die das Wasser seitlich eindringen kann.

1D-Schneidanlage

Slitter-Anlage mit 7 Schneidköpfen