Wasserstrahlschneidanlagen für 1-, 2-, 3-dimensionales Wasserstrahlschneiden und Roboteranwendungen

Die Anwendungsgebiete der Wasserstrahlschneidtechnik sind aufgrund ihrer universellen Einsetzbarkeit sehr breit gestreut. Entsprechend verhält es sich mit der Vielfältigkeit der verfügbaren Wasserstrahlschneidsysteme:

•  1D-Portalsysteme für das Schneiden von Material­bahnen

•  2D-Schneidtische zum Schneiden von Plattenmaterial

•  3D-Roboteranlagen für komplexe dreidimensionale Konturen

•  Sonderanlagen etc.

Cutting KMT

Eindimensionales Schneiden

Das eindimensionale Schneiden findet größtenteils bei der Produktion von Materialbahnen Anwendung. Dabei wird das Material auf einer Förderkette aufgelegt, mit sehr hoher Geschwindigkeit unter einer Portalstation hindurchgeführt und anschließend aufgerollt. Das Portal selbst ist mit mehreren Schneidköpfen ausgestattet, die kontinuierlich angeschaltet sind und deren Abstände zueinander die Breite der Materialbahnen bestimmen. Die Realisierung großer Schnittgeschwindigkeiten in Kombination mit hoher Produktionssicherheit stehen bei diesen Schneidanlagen im Vordergrund, da sie sehr häufig im Mehrschichtbetrieb eingesetzt werden.

2D Cutting KMT

Zweidimesionales Schneiden

Mit Abstand am häufigsten eingesetzt werden 2D-Schneidtische (siehe Bild nächste Seite). Zum Schneiden unterschiedlich komplexer Konturen bewegt sich der Schneidkopf dabei in x- und y-Achse gemäß den Signalen, die er von der zentralen CNC-Steuerung erhält. Oft ist dabei auch die z-Achse (Höhe) regelbar. Das ist erforderlich, weil der Schneidkopf möglichst dicht über dem zu trennenden Material positioniert sein sollte, um optimale Schneidergebnisse zu erzielen. Dieser Systemtyp ist am besten für die schnelle Fertigung vieler unterschiedlicher Teile aus unterschiedlichen Materialien in Plattenform geeignet.

Mit 5-Achsanlagen, bei denen sich der Schneidkopf über eine Rotationsachse neigen lässt, können schräge und kegelförmige Schnitte realisiert werden, wie sie z. B. für Schweißnahtvorbereitungen erforderlich sind. Auch Rohrbearbeitungsmodule sind zum Einbringen von Durchbrüchen in rohrförmige Werkstücke verfügbar.

Zu den wichtigsten Systemkriterien gehören die Verfahrensgeschwindigkeit sowie eine möglichst hohe Anzahl produzierter Teile – sehr häufig verfügen diese Anlagen über eine mehrfache Anordnung von Schneidköpfen zur Vervielfachung des Produktionsausstoßes. Gespiegelte Schnitte sind damit ebenso realisierbar wie rückwärts ausgeführte Schnitte. Die Anlagengrößen sind sehr variabel.

3-Achs-System

 

5-Achs-System

    
 

Cutting_Box_web

Roboteranwendungen zum dreidimensionalen Schneiden

Vor allem in der Automobil- und Maschinenbauindustrie gibt es komplexe Anforderungen, die nur mit
einem System zum dreidimensionalen Schneiden verwirklicht werden können. Bei diesen Anwendungen ist der Schneidkopf auf einem Roboterarm installiert und fährt ein dreidimensional geformtes Werkstück ab, um dieses zu Besäumen oder um Durchbrüche in das Material zu schneiden.

Solche Systeme sind sehr häufig mit rotierenden Wechseltischen versehen. Diese erlauben ein zeitsparendes Be- und Entladen des Systems während parallel dazu in der eigentlichen Schneidzelle das neue Werkstück bereits geschnitten wird. Typische Anwendungen sind:

  • Abrasiv-Schneiden:
    Motorkomponenten aus Titan, Aluminium und Edelstahl, Turbinenschaufeln, Dekorsteine oder Marmor
  • Purwasser-Schneiden:
    Kraftfahrzeug-Innenkomponenten wie Teppiche, Türverkleidungen, Stoßstangen, Armaturen­bretter, Instrumententafeln, Ablagen